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Rezension "Dem Horizont so nah" von Jessica Koch

Dem Horizont so nah - Jessica Koch

Die 17-jährige Jessica verliebt sich in den etwas älteren Danny. Dieser versteckt ein grosses Geheimnis vor ihr…

 

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive der Protagonistin Jessica erzählt. Wenn ich hier nichts falsch verstanden habe, dann ist der Roman autobiographisch, die Autorin ist daher gleichzeitig die Erzählerin. Einige Kapitel, die Situationen schildern, die Jessica nicht direkt miterlebt, werden in der Beobachterperspektive erzählt. Die Handlung spielt vor über 10 Jahren und wird Rückblickend von heutigen Zeitpunkt aus erzählt.

 

Zu Beginn der Geschichte hatte ich etwas Mühe mit dem Buch. Die Figuren konnten mich nicht von Beginn weg packen, besonders Jessica erschien mir zunächst recht oberflächlich, zickig und naiv (nicht böse sein, Jessica, wenn Du das hier liest, der Eindruck hat sich im Laufe der Geschichte geändert). Aber schliesslich war sie am Anfang erst 17, und wer kann schon guten Gewissens behaupten, er sei schon als Teenager tiefgründig und weise gewesen… Auch Danny kam mir zunächst ziemlich suspekt vor, denn offensichtlich hat er vieles vor Jessica versteckt, und auch recht arrogant, was sich später als Schutzverhalten herausgestellt hat. Auch die Handlung packte mich nicht von Beginn weg, die ersten paar Kapitel plätschert sie eher gemütlich vor sich hin, hier und da unterbrochen vom obligaten Drama, das Teenagerromane eigentlich immer behandeln (das Leben als Teenager besteht ja schliesslich oft aus seinem Haufen aneinandergereihten Dramen – jedenfalls aus Sicht der Betroffenen). Erst als langsam klar wurde, was genau Danny eigentlich zu verstecken hat und Jessica vor einer grossen Entscheidung stand, hat mich das Buch dann wirklich gepackt und nicht mehr losgelassen. Je länger ich „Dem Horizont so nah“ gelesen habe, desto mehr habe ich die drei Hauptfiguren Jessica, Danny und Tina, Dannys beste Freundin, ins Herz geschlossen. So wie auch Jessica ihre Zeit braucht, um sich mit den beiden anzufreunden, so brauchte auch ich meine Zeit – mit allen dreien. Gegen Ende hat mich ihr Schicksal jedoch zu Tränen gerührt – und das ist jetzt nicht bildlich gesprochen.

 

Der Schreibstil der Autorin Jessica Koch ist gut dem Genre des autobiografischen Romans angepasst. „Dem Horizont so nah“ liest sich so, als ob die Erzählerin und Protagonistin neben einem sitzen und die ganzen Geschehnisse persönlich schildern würde. Der Schreibstil ist nicht besonders hochstehend, aber sehr authentisch, wirkt eher gesprochen als geschrieben. Für die berührende Handlung hätte das Buch die maximale Punktzahl verdient, einen kleinen Abzug erhält der für mich etwas harzige Einstieg.

 

Mein Fazit

Berührende Teenager-Liebesgeschichte. Wahr, und damit umso trauriger.

Quelle: http://aglayabooks.blogspot.ch/2016/03/dem-horizont-so-nah.html