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Rezension "Die Akte Zodiac" von Linus Geschke

Die Akte Zodiac 1 - Linus Geschke

„Die Akte Zodiac“ ist ein Krimi mit durchgehender Handlung, der in vier Teile aufgeteilt wurde. Die Lektüre nur einzelner Teile ist daher nicht zu empfehlen, es sollten alle vier Teile, am besten am Stück, gelesen werden. Wieso das Buch nicht als Ganzes, sondern aufgeteilt erschienen ist, leuchtet mir nicht wirklich ein. Schliesslich umfassen alle vier Bände zusammen nur rund 300 Seiten und hätten so problemlos als Einzelband veröffentlicht werden können. Da die einzelnen Teile so kurz sind, rezensiere ich hier alle vier auf einmal.

 

Die Geschichte wird in der Beobachterperspektive erzählt, wobei sich der Erzähler immer wieder einer anderen Person zuwendet. Die Protagonisten sind (neben dem Mörder) die Polizistin Eva Lendt und der Psychologe Marco Brock. Beide Figuren strotzen nur so vor Klischees. Eva ist die attraktive, alleinstehende und dadurch manchmal einsame Polizistin, die aufgrund ihrer Arbeit nicht dazu kommt, ihren Haushalt in Ordnung zu halten, sich von Fertigessen ernährt und zwei Katzen hält. Brock hingegen ist der intelligente und superreiche, dadurch auch ziemlich arrogante Macho, der seine One Night Stands auch mal mitten in der Nacht aus der Wohnung wirft. Beide waren mir nicht sonderlich sympathisch. Brock wegen seiner Arroganz, Eva weil sie mit teilweise zu unsicher und selbstmitleidig erschien. Später kommt auch noch der Internatsschüler Philipp dazu, der mir einiges sympathischer war als die beiden Erwachsenen.

 

Der Schreibstil des Autors Linus Geschke lässt sich flüssig lesen, ohne auf irgendeine Art auffallend zu sein. Die Erzählung wird immer wieder durch Rückblenden in die 60er, zu den „originalen“ Zodiac-Morden, unterbrochen, was den Erzählfluss und das Tempo merklich abbremst.

 

Der erste Teil dreht sich in erster Linie um die Einführung der Figuren und des Settings. Besonders viel passiert noch nicht, einiges wird in Rückblenden erzählt. Durch den Titel des Buches (respektive der Bücher) weiss der an Serienmördern interessierte Leser schon on Beginn weg, worauf die Krimihandlung hinauslaufen wird.

 

Im zweiten Teil kommt neben dem Polizeiteam auch noch ein weiteres Ermittlerteam dazu, dessen jugendliche Mitglieder bereits Ende des ersten Band eingeführt wurden. Die Teenager verfügen bald über das selbe Wissen die die Polizei (oder sind ihr sogar ein paar Schritte voraus), was mir nicht sonderlich realistisch erschien.

 

Auch im dritten Teil kommt der Jugendliche Philipp auf dieselben Schlüsse wie das Ermittlerteam. Wozu braucht man da noch die Polizei und ausgebildete Profiler, wenn es Teenager ja anscheinend gleich gut können?

 

Im vierten Teil kommt – wie könnte es anders sein – die Auflösung. Leider wird dem Leser der wichtigste Hinweis lange verschwiegen, sodass das Miträtseln auf blindes Raten hinauslaufen muss respektive der Leser vor vollendete Tatsachen und einen aufgelösten Fall gestellt wird.

 

Mein Fazit

Durchaus unterhaltsam, aber durch den Erzählstil mit Rückblenden leidet das Tempo und damit auch die Spannung.

Quelle: http://aglayabooks.blogspot.com/2016/10/die-akte-zodiac.html