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Rezension "Blinde Schatten" von Anna Martens

Blinde Schatten: Psychothriller - Anna Martens

Nach einem Überfall wacht die Goldschmiedin Johanna ohne Erinnerungen im Krankenhaus auf. War es ein Raubüberfall, oder steckt doch mehr dahinter?

 

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Johanna erzählt und beginnt gleich mittendrin. Johanna wacht im Krankenhaus auf und merkt erst nach einer Weile, dass ihr die Erinnerungen an das letzte halbe Jahr fehlen. Mit mühsamer Ermittlungsarbeit gelingt es ihr nur langsam, die Geschehnisse zu rekonstruieren. Besonders hinderlich ist dabei, dass sie sich in der „verlorenen Zeit“ mit allen ihren Freunden zerstritten zu haben erscheint und ihr die Polizei nicht glauben will, dass mehr als nur ein einfacher Raubüberfall hinter der Sache steckt. Einige Kapitel werden in der dritten Person aus der Sicht des Täters erzählt, ohne viel über ihn preiszugeben.

 

Durch die fehlenden Erinnerungen der Protagonistin und die sich nur langsam zusammensetzenden Puzzlestücke schafft die Autorin Anne Martens geschickt eine sehr unheimliche Atmosphäre, bei der auch der Leser schon nach kurzer Zeit nicht mehr weiss, wem er trauen kann. Die Auflösung hat mich sehr überrascht, rückblickend war ich allerdings etwas enttäuscht, da mit die Hinweise zum Miträtseln gefehlt haben. So wird es dem Leser praktisch verunmöglicht, den Täter vor Johanna zu enttarnen (ausser natürlich durch blosses raten). Ich hatte jedenfalls meinen Verdacht zusammen mit Johanna mehrfach gewechselt, den wahren Täter dabei aber nicht erkannt.

 

Der Schreibstil von Anna Martens lässt sich flüssig lesen, ich habe allerdings in der mir zur Verfügung gestellten eBook-Version noch den einen oder anderen Tippfehler entdeckt, der hoffentlich noch entfernt wird. Auch einige Wiederholungen sind mit etwas negativ aufgefallen, vor allem die mehrfache Betonung, dass Johanna nicht wusste, wie sie nach dem Überfall ihren Lebensunterhalt verdienen sollte. Klar ist das ein wichtiges Thema, aber nach der dritten Erwähnung hat es ja wohl jeder begriffen. Durch die Ich-Perspektive konnte ich mich gut in die Protagonistin einfühlen und ihre Angst miterleben. Die anderen Figuren bleiben so natürlich eher blass, da der Leser sie nur aus der Sicht von Johanna miterleben kann.

 

Wer psychologisch packende Thriller, die auch ohne viel Blut auskommen, mag, sollte sich „Blinde Schatten“ unbedingt mal ansehen. Mich hat das Buch sehr gepackt und ich habe es in einem Rutsch durchgelesen.

 

Mein Fazit

Spannend, unheimlich, mitreissend. Absolute Empfehlung an Thrillerfans. 

Quelle: http://aglayabooks.blogspot.ch/2016/12/blinde-schatten.html